Wenn Sneakerfans auf Bahnfahrer treffen!

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BVG x Adidas Wenn Sneakerfans auf Bahnfahrer treffen!

Wir schreiben den 16.01.2018 und in Berlin wird wahrscheinlich Sneakergeschichte geschrieben. Adidas und die BVG bringen einen EQT 93/17 gemeinsam auf den Markt und die Medien stehen Kopf! Nach den ersten Infos ca. eine Woche vorher stehen die Communitys Kopf, aber nicht nur die. Sämtliche Medien wie Die Zeit, Stern, Bild und Morgenpost hängen sich ebenfalls an diese Story. Ja klar die Berliner Verkehrsgesellschaft steht ja öfter im Fokus der Presse meist jedoch eher mit Verspätungen :). 

Doch lassen wir das außen vor. Die letzten Tage hat sich unsere Gruppe überschlagen, jeder zweite Beitrag war gespickt mit diesem Thema, jeder wollte Infos und gefühlt jeder zweite wollte natürlich auch den Schuh. Warum? Clevere Marketingstrategie, gepaart mit einer sehr beliebten Silhouette und dazu noch ein Jahresticket für die BVG für die Bereiche AB und alle Fahrzeuge der BVG. 

500 Paare haben den Weg nach Berlin gefunden, 50 davon wurden intern verteilt unter den Partnern Overkill, Adidas und der BVG. Hier kommen wir zum ersten Problem, obwohl Problem das falsche Wort ist. Wie zu erwarten ist der Backdoor Ruf wieder ganz groß, jeder fühlt sich benachteiligt und angegriffen. Keiner kann es verstehen und möchte unbedingt seine Theorie zu den 50 Paaren abgeben. Verständlich? Jein! Natürlich ist es doof wenn 50 Paare vom eh schon knappen Stock nicht mehr vorhanden sind, aber die Kommunikation war da und das auch reechtzeitig. 

Stellt euch vor Ihr arbeitet mit drei so großen und starken Partnern an einem schönen Konzept, steckt viel Liebe da rein und arbeitet hart dafür. Dann ist es doch klar das man sich als „Ersteller“ als Erinerung auch etwas in den Schrank stellen will und das Mitarbeiter die sich 5 Tage mit viel Ärger und Stress plagen auch ein Paar abbekommen möchten. Das in so einer Zeit nicht mehrere Mitarbeiter frei bekommen um selber zu campen erscheint logisch, denn die Jungs und Mädels kontrollieren Listen schmieren Mettbrötchen und plagen sich mit den Medien herrum um den Verkauf so sicher wie möglich zu gestalten. Jeder von uns kennt das Gefühl wenn man in einen richtigen Sneakerstore geht und die Jungs auf Augenhöhe sind, man sich über Collabos unterhalten kann und auch der ein oder andere Tipp für zukünftige Release vom Mitarbeiter eures Vertrauens kommt. Wenn Ihr genau das erwartet dann beschwert euch nicht darüber das die Jungs auch Zugriff haben möchten. 

Natürlich mussten Sie nicht 5 Tage campen, natürlich kann man sagen es sei unfair, aber auf der anderen Seite sollte man die Arbeit die hinter solchen großen Projekten steckt nicht verachten und im gleichen Zug muss das Tagesgeschäft auch reibungslos laufen, eure Onlineretouren, Bestellungen und und und…. Also Leute lasst euren Frust nicht an dieser Stelle aus. Wenn die Chefetage von Overkill mehrere Tage trotz Orderzeit und Fashionweek vor Ort ist und Listen abhakt dann ist das ein dickes Statement an euch alle! Selbst die Jungs und Mädels von Adidas waren vor Ort. Das kommt jetzt auch nicht so häufig vor. 

Sneakerfans und Sammler meets Bahnfahrer

Das ist ein heikles Thema, durch die mediale Reichweite und das Jahresticket wurden natürlich viele Menschen von dem „Angebot“ gelockt. Für uns ist die Fahrkarte eine tolle Idee ein schönes Konzept und ein nice to have. Auf der anderen Seite ist das Jahresticket spannend, günstig und ein tolles Angebot. Diese Mischung konnte am Ende nur für Probleme sorgen. Liste? Ja klar, wir kennen das für uns ist das Alltag und fast jedes Wochenende ein gängiges Mittel um die Kontrolle über alles zu behalten, für die „Bahnfahrer“ ist es ein Mysterium. Die Damen und Herren wissen nicht viel damit anzufangen, auch wenn die Medien es immer wieder kommuniziert haben ist dieses Wort „Liste“ nicht klar ersichtlich gewesen für viele die am Dienstagmorgen vor Overkill und dem Originals Store standen. 

Es ist nicht verständlich das man für Schuhe auf der Straße hockt und das tagelang. Im Kopf war die Jahreskarte und das schöne Design, also Dienstag frisch geduscht ab zum Laden. Ja es wird viel los sein das war klar, trotzallem rechnen die Leute nicht damit das WIR schon einige Tage da sitzen und in dem Falle die Regeln machen. Da sieht man auch wie gestört wir eigentlich sind, aber wir lieben es! Bis zu 500 Leute haben sich bei Overkill eingefunden und ca. 300 vor dem Originals Store. Beide Stores arbeiteten seit Tagen mit Listen wie es halt auch üblich ist in unserer Szene. 

Bei Overkill hat sich Steven um diese gekümmert und Marc selbst hat immer wieder mit gecheckt und alles überprüft, so kennt man Ihn. Beim Originals Store war es Ali Sara der ab Donnerstag eine Liste mit Checkzeiten in kurzen Intervallen geführt hat. Alles ganz normal für uns, jedoch nicht für die anderen 150 – 200 Leuten vor den jeweiligen Stores. Gestern kamen Beiträge und Pressberichte auf bei denen es um Betrug ging um Fehler die gemacht wurden und um Leute die bevorzugt worden sind. 

Ich selbst war leider nicht vor Ort und kann mir vor allem bei Adidas kein direktes Urteil erlauben, ich kann aber eins sagen, eine Liste mit sovielen Leuten plus Nachrückern zu führen ist ein richtig mieser Job. Jeder hat seine Befindlichkeiten und gerade in diesem Fall war die Mischung aus Sneakerfans und „Bahnfahrern“ sehr explosiv. Ob und wie jemand benachteiligt wurde kann ich nicht sagen, was ich aber sagen kann ist das unsere Wege zum Schuh andere sind als die von anderen Menschen und vielleicht genau deswegen fühlen sich Leute benachteiligt, sind frustriert und versuchen dann über den Presseweg evtl. doch noch etwas abzubekommen. Die Wahrheit bei allem liegt hier wohl in der Mitte. Ali wird sicher Fehler gemacht haben, was Ihm keiner verübeln kann, aber er hatte auch die Eier egal aus welchem Grund sich vor Ort hinzustellen und den Mist zu übernehmen. 

Nein ich kenne Ali nicht, wir haben nichts miteinander zutun, aber ich kann mir vorstellen das es sicher nicht einfach war mit diesen beiden Fronten zu kämpfen. Bei Overkill lief es dagegen etwas reibungsloser, das liegt sicher auch daran das Marc und das Team zu den alten Hasen zählen und jedes Wochenende das gleiche Spiel haben. Für Overkill war es auch nicht das erste mal mit einem Campout in der Größenordnung, die Jungs hatten zum letztjährigen Air Max 1 Master Release schon über 300 Leute auf der Liste plus Party. 

Was hätte man besser machen können? Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten und eine perfekte Lösung wird es wohl nie geben. Vielleicht hätte man das mediale Interesse für eine Außenkommunikation nutzen können und die Liste auf die Anzahl von Paaren plus einer Warteliste beschränken sollen. Wahrscheinlich hätte der ein oder andere sich dann nicht mehr auf den Weg gemacht am Dienstagmorgen. 

Ein Raffle wäre auch eine Idee gewesen, aber ich für meinen Teil finde das super unpersönlich und bei einem Campout lernt man doch immer wieder die geilsten Leute kennen. Bei so einem Release gilt das Motto „Wie man es macht, macht man es falsch“. Der Schuh hat in 2018 und da bin ich mir sicher, für das meiste Aufsehen gesorgt ich kann mir nur schwer vorstellen das an diese Nummer noch etwas herrankommt. Womit wir aber rechnen müssen ist die Kreuzung zwischen Unternehmen aus der Sneakerbranche und vielen verschiedenen anderen Branchen. Jägermeister x Kangaroos oder auch Stihl waren schon Beispiele dafür. Genau da liegt dann auch das Problem, zwei Szenen prallen aufeinander und alle verstehen die Welt nicht mehr. 

Trotzdem finde ich solche Kooperationen persönlich gut. Irgendein Blog hat sich darüber ja mal super ausgelassen, aber was gibt es schöneres wenn Hobbys und Leidenschaften miteinander verbunden werden und am Ende ein Produkt als Ganzes dafür spricht. 

Die BVG ist hier natürlich ein doofes Beispiel da Sie tägliche alle Leute durch Berlin bringt, egal ob Sneakerfan, Unternehmer, Arbeiter oder Schüler somit ist das Interesse für den Schuh aus so vielen Zielgruppen gekommen das man fast erschlagen wurde. 

Zum Schluss kann man nur eins sagen, Hut ab an alle Beteiligten für diese komplexe Kooperation und die daraus entstandenen Situationen. Solche Projekte sind auch zum lernen da und beim nächsten BVG Schuh (nur ein Beispiel) läuft die Sache vielleicht ganz anders und entspannter. Beide Seiten sollten in dem Fall einfach toleranter sein und den gegenüber verstehen. 

Liebe Camper, die Jungs und Mädels vor Ort kennen unsere „Sneakerregeln“ nicht! Liebe „Bahnfahrer“ wir haben Regeln und das seit Jahren, bitte respketiert das! 

 

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